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GOLDEN ist ein Tanzstück für neun Tänzer*innen, in dem wir uns choreografisch mit Barockmalerei aus dem sogenannten ‚Goldenen Zeitalter‘ beschäftigen. Der besondere gesellschaftliche Kontext der Bilder dient uns als Reflexionsfläche für Fragen des Zusammenlebens, die uns auch heute beschäftigen.
Die Opulenz, der Pathos, die Emotion und Narration im Barock nutzen wir als Reibungsfläche, die eigene formale Herangehensweise an Choreografie und Tanz herauszufordern, ohne sie dabei zu verraten. Uns interessiert die Lust an der großen Geste, am Überfluss und Dekor, aber auch die Frage, wofür diese Motive heute stehen: Wie verhält sich die Kunst und ihre ästhetische Ausgestaltung zu den gesellschaftlichen Bedingungen, die sie umgibt?
In den Niederlanden des 17. Jahrhunderts entwickelte sich durch Religionsfreiheit und den Zuzug verschiedenster Menschen eine florierende, tolerante und diverse Gesellschaft, die ein hohes Maß an sozialer und kultureller Lebensqualität bot. Gleichzeitig ist der Wohlstand dieser Zeit auf den Kolonialismus zurückzuführen. In diesem historischen Setting erkennen wir Ähnlichkeiten und Unterschiede zu äußerst aktuellen Themen: Migration, Diversität, Überfluss, soziale Ungleichheit und auch der Stellenwert von Kunst und Kultur innerhalb der Gesellschaft.
GOLDEN wirft mithilfe des Barock einen lustvollen Blick auf das Vielgestaltige und Bunte und transponiert dabei ästhetisch und inhaltlich seine Sprache. Immer geht es um eine Aneignung und Übersetzung der Barock-Motive, ohne ihre Leidenschaftlichkeit zu verlieren. Unser Blick auf Fragen des Zusammenlebens thematisiert sich dabei stets als leiser Grundton in der Gruppe der Tänzer*innen, die sich in ständig wechselnden Konstellationen als Gemeinschaft verhandeln.

golden

ein tanzstück von nora elberfeld & jonas woltemate

Kampnagel, 6. - 9. Mai 2020
gefördert durch die Kulturbehörde Hamburg